Fastenbrief 2

Welches Einkommen muss bei Hartz IV Leistungen für Kinder angerechnet werden?

  • Kindergeld und Kinder(steuer-)freibetrag: Wenn für Eltern der Kinderfreibetrag höhere Steuererleichterungen einbringt, als Kindergeldanspruch besteht, dann wird automatisch der Kinderfreibetrag gewährt und das bereits erhaltene Kindergeld wird als Abschlag auf die Steuererleichterungen gesehen.
    Das Kindergeld beträgt derzeit 194,- € für das 1. und das 2. Kind.
    Bei der Lohn- bzw. Einkommenssteuer wird als Freibetrag 635,- € pro Kind gewährt.
  • Im Hartz-IV-Bezug muss das Kindergeld in voller Höhe als Einkommen des Kindes angerechnet werden. Der Regelsatz für ein Kind bis zum 6. Lebensjahr beträgt 245,- €. Das bedeutet, dass nach Abzug des Kindergeldes dem Kind nur noch 51,- € vom Jobcenter zustehen. Das steuerrechtlich anerkannte Existenzminimumm wird auch bei Hinzuaddieren der Kosten der Unterkunft nur selten erreicht.
  • Ebenso sind (falls Anspruch besteht) Unterhalt, Unterhaltsvorschuss und Halbwaisenrente voll als Einkommen anzurechnen und erhöhen so das Gesamteinkommen eines Kindes im Hartz IV-Bereich nicht.
  • Kinderzuschlag (s. Infos kommende Woche) und Jobcenterleistungen schließen sich gegenseitig aus.
  • Wenn das Familieneinkommen nur wenig über dem ALG II-Satz liegt, dann kann auf Antrag vom Jugendamt berechnet werden, ob ein Anspruch auf Zuschuss zu den Kita-Gebühren besteht.

Was Kindern von einkommensstarken Eltern automatisch vom Staat über den Steuerfreibetrag an Existenzminimum gewährt wird, das müssen einkommensschwache Eltern Antrag für Antrag vom Staat für ihre Kinder erkämpfen.

Die Diakonische Bezirksstelle hilft gerne allen Eltern bei der Beantragung der unterschiedlichen Sozialleistungen: 07134-17767.

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