3. Fastenbrief – Das Bildungs- und Teilhabebudget

Immer wieder wird in unserer Gesellschaft darauf hingewiesen, wie wichtig Bildung ist, um einen Beruf zu erlernen, der vor Erwerbslosigkeit und Armut schützen soll. Wie dies mit 52 Cent pro Monat, die der Regelsatz im Hartz IV – Bezug für ein 6-14jähriges Kind vorsieht, bewerkstelligt werden soll, ist nicht nachvollziehbar.

Auch wenn es zusätzliche Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes („BuT) gibt, muss man immer noch feststellen, dass die materiellen Mittel sehr knapp bemessen sind, wenn es sich um regelmäßigen Musikunterricht oder um Teilnahme an Freizeiten handelt (für alles zusammen pro Kind 120,- € im ganzen Jahr).

Ebenso muss man erleben, dass die Antragssteller beim „BuT“ hohe bürokratische Hürden überwinden müssen, bevor ihre Kinder Leistungen aus diesem Budget erhalten können. Auf diese Weise werden gerade wieder Kinder, deren Eltern zu depressiv, zu ängstlich oder zu schamhaft sind, um sich durch diesen Behördendschungel zu kämpfen, benachteiligt werden und diese Leistungen nicht erhalten.

Was auch viele nicht wissen: Leistungsberechtigt sind auch Familien, die Wohngeld und/oder Kinderzuschlag erhalten. Der Antrag muss dann ans Landratsamt erfolgen. https://www.landkreis-heilbronn.de/bildungs-und-teilhabepaket.9083.htm

Da die bürokratischen Hindernisse des „BuT“ sehr hoch sind und die Leistungen sehr begrenzt, hat sich die Evangelische Landeskirche und das Diakonische Werk Württemberg dazu entschlossen, zusätzlich eigene Teilhabegutscheine zu Freizeit, Kultur und Bildung für Erwachsene und ihre Kinder zu vergeben. Der Antrag wird über die örtlichen Kirchengemeinden gestellt. Nähere Auskünfte hierzu gibt die Diakonische Bezirksstelle Weinsberg 07134-17767.

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