2. Fastenbrief – Welche Lücken bei Regelbedarfen für Kinder am problematischsten sind

Letzte Woche haben wir darüber informiert, dass der Regelsatz für ein 6-14 jähriges Kind im ALG II – Bezug 296,- € im Monat beträgt und dass das Kindergeld und Kindsunterhalt  diesen Betrag nicht erhöht.

Wie kommt nun ein solcher Betrag zustande?

Im alten Bundessozialhilfegesetz wurde genau ermittelt, was wohl ein Kind in unserer Gesellschaft alles benötigt, um ausreichend versorgt zu sein. Dies ist seit Einführung des Hartz IV (seit 2005) nicht mehr so!

Der Regelsatz wird nun nach einem Statistikmodell berechnet. Hierbei wird der das Einkommen, das die ärmsten 10% der bundesdeutschen Bevölkerung haben, genommen und geschaut wird, wie viel Geld diese Menschen für welche Dinge ausgeben. Dabei wird nicht berücksichtigt, ob hierbei die Kinder mit dem für ihre Entwicklung Nötigem wirklich versorgt sind. Kinderspezifische Bedarfe (z. B. starke Wachstumsphasen in der Kindheit und Pubertät, die erhöhte Bedarfe bei Bekleidung und auch bei Kindermöbeln auslösen) werden vom Kinderregelsatz überhaupt nicht bedacht.

Besonders problematisch ist, dass oftmals nicht die tatsächlichen Kosten der Unterkunft (Miete, Mietnebenkosten und Heizung) in tatsächlicher Höhe anerkannt werden. Dann bleibt den Eltern oftmals nur noch die Möglichkeit, am Essen der Kinder zu sparen (knapp 4,- € sind pro Tag hierfür vorgesehen).

Seit Einführung von Hartz IV gibt es auch nicht mehr wie früher einmalige Leistungen, wenn z. B. die Waschmaschine kaputt ging oder das Kinderbett zu klein wurde. All dieses wird nun unter „Einrichtungsgegenstände“ zusammengefasst: Im Monat sind hier 9,72 € pro Kind im Alter von 6-14 Jahren vorgesehen – also auch für Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke wie Fahrrad, Schreibtisch oder Armbanduhr.

Auf der Homepage www.diakonie-weinsberg.de finden Sie weitere Informationen zum Thema

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