1. Fastenbrief – Was die Regelbedarfe beinhalten und was nicht

An Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, eine Zeit, in der sich Christen darauf besinnen, was in ihrem Leben Gewicht und Wert hat. Wer dem fortlaufenden Bibelleseplan des Losungsbüchleins folgt, liest im 5. Buch Moses mehrmals, dass Witwen und Waisen im Land materiell bedacht und rechtlich gleichgestellt sein sollen.

Die Diakonische Bezirksstelle hat deswegen „7 Wochen gegen Kinderarmut“ zum diesjährigen Fastenaktionsthema gewählt.

Ein besonderes Problem, das Kinderarmut verursacht, ist der außerordentlich geringe Regelsatz, der Kindern im Hartz IV-Bezug zugestanden wird. Bei Kindern im Alter von 6-14 Jahren beträgt er in diesem Jahr gerade einmal 296,- € im Monat. Das Kindergeld und auch eventueller Unterhalt oder Halbwaisenrente ist da bereits als anrechenbares Einkommen mit dabei. Eine Kindergeld- oder Unterhaltsvorschusserhöhung verbessert folglich die Einkommenssituation eines Kindes nicht. Es entlastet also nur die Kosten der Jobcenter.

Mit diesem Geld (296,- €) müssen die Eltern alles – außer Miete, Mietnebenkosten und Heizung –finanzieren, was im Leben für ihr Kind im Alter zwischen 6 und 14 Jahren notwendig ist: Neben Nahrungsmitteln gehört dazu auch Strom, Kleidung, Hygieneartikel, Haushaltsgegenstände aller Art (z. B. auch ein Fahrrad oder ein Bett mit Matratze, etc) und alle Kosten für Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Für Bildung sind in diesem Regelsatz gerade einmal 52 Cent im Monat vorgesehen. Wer hier auf das sogenannte Bildungspaket verweisen will, der wird sicherlich interessiert unsere nächsten Fastenbriefe lesen.

Auf der Homepage www.diakonie-weinsberg.de finden Sie weitere Informationen zum Thema.

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