3. Fastenbrief – Wenn Richtlinien die Sozialgesetzgebung aushebeln

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es ein relativ dichtes soziales Netz, das für viele soziale Notlagen ein passendes Gesetzeswerk bereit hält. Und an diesem Netz wird beständig weiter gefeilt.

Das klingt zunächst einmal sehr gut. Und das ist es auch. Dennoch ist Qualität der Unterstützungs- und Pflegeleistungen nicht bereits durch fromme Wünsche der Gesetzgeber zu bewerkstelligen. Die Leistungen nach den Sozialgesetzen müssen auch durch ausreichende materielle Ressourcen abgesichert werden.

Wenn z. B. in Pflegesatzverhandlungen für Pflegeheime oder für Einrichtungen der Behinderten- und der Jugendhilfe keine ausreichende Personalstärke und angemessene Gehaltsstruktur berücksichtigen, dann wird die Qualität der Pflege und/oder Betreuung über kurz oder lang darunter leiden.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in den sozialen Einrichtungen sehr für die ihnen anvertrauten Menschen. Wenn sie ohne ausreichende Unterstützung von der Gesellschaft ihre Arbeit tun müssen, dann droht gerade den Engagiertesten unter ihnen ein Burnout – mit allen seinen unschönen Konsequenzen für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die direkte Pflege der betreuten Menschen.

Wer sich für soziale Rechte von behinderten, alten, jungen, kranken und hilfebedürftigen Menschen einsetzen möchte, der sollte sich auch für die Arbeit der Sozialausschüsse des Landkreises Heilbronn und Hohenlohekreis interessieren, denn dort werden entscheidende Weichen für die Aus- und Durchführung der Sozialgesetze gestellt.

Sprechen Sie doch einfach einmal Ihre Kreistagsabgeordneten an und machen Sie deutlich, dass Ihnen das soziale Miteinander im Gemeinwesen am Herzen liegt.

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