7. Fastenbrief – Warum Diakonie auch Öffentlichkeitsarbeit macht

Diakonie ist gelebter Glaube in Wort und Tat, so steht es in der Präambel des Diakoniegesetz Württemberg. Eine wichtige Tat der Nächstenliebe ist, auf die Not von Menschen aufmerksam zu machen und zur tätigen Nächstenliebe anzuregen. Denn nur wenn Not sichtbar wird, wird deutlich, dass etwas gegen die Not unternommen werden muss. Wer die Not verschweigt, der verfestigt soziale Ungerechtigkeiten.

Jesus selbst ist auch öffentlich aufgetreten. So erzählte er zum Beispiel die Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Gebote Gottes insbesondere Gebote der Nächstenliebe sind. Wer sich nicht von der Not seines Nächsten anrühren lässt, der lebt an Gottes Geboten vorbei.

Unsere Gesellschaft ist davon geprägt, dass die Lebenswelten sehr unterschiedlich sind. Wer ausreichend viel Geld hat, um sich ein Haus zu kaufen, weiß oftmals nichts von den existenziellen Sorgen derer, die nicht wissen, wie sie die nächste Miete zahlen sollen.

Darum muss Diakonie „den Mund für die Stummen auftun“ (Sprüche 31, 8) und muss sich öffentlich für die Belange derjenigen einsetzen, die sich nicht selber in unserer Gesellschaft vertreten können. Dies entspricht auch unserer demokratischen Grundordnung. Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ist ein wichtiges soziales Recht und eigentlich auch eine demokratische Pflicht, um das Gemeinwohl zu stärken und zu fördern.

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