4. Fastenbrief: Selbstwirksamkeit und Würde

Menschen, die häufig erleben müssen, dass ihre Anstrengungen erfolglos bleiben, reagieren oftmals frustriert und es besteht die Gefahr, dass sie depressiv werden. Mit anderen Worten: sie verlieren ihre Selbstwirksamkeitserwartung, sie glauben nicht mehr, dass sie selbst etwas Positives in ihrem Leben bewirken können.

Ich begleite seit Jahren eine Frau, die sehr unter ihrer Arbeitslosigkeit leidet. Obwohl sie nicht unbegabt ist und sich um Erwerbsarbeit bemüht, bekommt sie auf dem 1. Arbeitsmarkt keine langfristige Arbeitsstelle. Diese Erfahrung entmutigt sie. Sie empfindet diese Situation als sehr schlimm, denn sie glaubt, dass nur derjenige, der erwerbstätig ist, einen Beitrag zum Gelingen der Gesellschaft leistet.

Jesus sieht dies gewiss anders. Auch wer nur über geringe Ressourcen verfügt, wird von ihm wertgeschätzt. Die Bibel erzählt eine Geschichte, da stellt sich Jesus im Tempel genau neben dem Opferstock auf. Er beobachtet, wie die Leute Geld hinein werfen. Als eine sehr arme Frau eine kleine Kupfermünze hinein wirft, macht er seine Jünger auf diese Frau aufmerksam und lobt sie. Ihr Beitrag erscheint zwar klein, aber sie hat das gegeben, was sie hatte. Darum wird ihr Beitrag von Gott sehr wertgeschätzt.

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