Gemeinsames Wort der Mitglieder der Kirchenbezirkssynode Weinsberg zum Anschlag in Halle vom 9. Oktober 2019

Der Anschlag in Halle, dem zwei Menschen zum Opfer gefallen sind und bei dem weitere verletzt wurden, hatte zum Ziel, möglichst viele Menschen jüdischen Glaubens zu töten. Dieser Angriff an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, hat uns zutiefst erschüttert. Es erfüllt uns mit Scham, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland bedroht und zum Ziel rechter Angriffe werden und dass Gotteshäuser gesichert werden müssen.

Landesbischof Frank Otfried July bezeichnet Antisemitismus als Gotteslästerung: „Bestürzt, traurig und sehr entschlossen sage ich nach der Schandtat von Halle, dass wir fest an der Seite unserer jüdischen Geschwister stehen.“

Dem schließen wir uns an und bekräftigen: Wir wollen in unserem Umfeld dafür Sorge tragen, dass rechtsextremem Gedankengut und antisemitischem Gerede in unserer Gesellschaft gewehrt wird. Wir zeigen Antisemitismus und Rassismus die rote Karte und stehen ein für Religions- und Glaubensfreiheit. Von unseren Gemeinden soll das Signal ausgehen, dass wir in allen Menschen geliebte Geschöpfe Gottes sehen. Wir beten für die Opfer, für ihre Angehörigen und für alle, die sich bedroht fühlen. Und wir bitten für uns selbst um Weisheit, Einsicht und Mut, um hetzerischen Parolen zu widerstehen und den Mund aufzumachen, wo es nötig ist.

Verabschiedet am 8. November 2019

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