591034_original_R_by_Dieter Schütz_pixelio.de

Dieter Schütz / pixelio.de

Wer ist mein Nächster? Das ist eine uralte Frage, auch in der Bibel gestellt wird. Jesus beantwortet diese Frage mit der Beispielgeschichte vom Barmherzigen Samariter: Ein Mann auf dem Weg geriet unter die Räuber, die ihn ausplünderten und schwerverletzt liegen ließen. Drei verschiedene Menschen kamen an ihm vorüber. Zwei waren so mit sich selbst beschäftigt und vielleicht in Eile, dass sie ihn liegen ließen. Aber einer erbarmte sich, versorgte seine Wunden und transportierte ihn auf seinem Reittier zu einer Herberge.

Wenn wir dieses Beispiel der Nächstenliebe in unsere heutige Welt übertragen, merken wir, dass wir uns unseren Nächsten eigentlich nicht selbst aussuchen, sondern er liegt einfach da, auf unserem Weg, den wir gehen. Aber wir brauchen Mut, um hinzuschauen und wahrzunehmen, wer uns auf unserem Lebensweg begegnet. Und wir brauchen Zeit, dass wir mit dem anderen Kontakt aufnehmen und uns um ihn kümmern können.

Wenn wir uns Zeit für unsere Sozialkontakte nehmen, dann merken wir, dass dies als erstes uns selber gut tut: In Ruhe einfach mal mit der Nachbarin beim Bäcker schwatzen oder beim Einkaufen in der Schlange nicht drängeln. Die Rücksicht auf unseren Nächsten „entschleunigt“ den Alltag und führt zu mehr Ausgeglichenheit und Lebenszufriedenheit. Aber diese Lebensweise erfordert den Mut, dass man (oder frau) die vielen vermeintlichen Notwendigkeiten loslässt und sich auf das Wesentliche im Leben einlässt.

Share