erysipel  / pixelio.de

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Der Prophet Jesaja schreibt: „Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus. Und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ Mit „dein Fleisch und Blut“ sind die nächsten Verwandten gemeint: die Kinder, die Geschwister, die Eltern…

Fasten, so wie es Gott gefällt, ist ein freiwilliger Verzicht auf all das, was uns von unserem Nächsten trennt und was ihn belastet. Fasten öffnet Herz und Hände für den Not leidenden Nächsten: Für den Hungrigen, den Heimatlosen – und für unsere eigenen Familienmitglieder.

In meiner Beratungstätigkeit sehe ich häufig, wie Mütter und Väter darunter leiden, dass sie so wenig Zeit für ihre Kinder haben. Die Existenzängste treiben sie an, auch sehr familienunfreundliche Arbeitsbedingungen hinzunehmen.

Die Fastenpredigt von Jesaja kann uns zum Nachdenken anregen: Wie kann ich den Hunger meiner Familienmitglieder nach materieller, aber auch nach seelischer Unterstützung, also nach Liebe, Anerkennung und Zuwendung stillen?

Vielleicht können wir die Fasten- und auch die Osterzeit ganz bewusst dafür nutzen, uns auf die Bedürfnisse unserer Familienmitglieder einzulassen. Wie wäre es mit einem ruhigen Familienabend oder mit der gemeinsamen Teilnahme bei der Osternacht der örtlichen Kirchengemeinde? Vielleicht können Sie so erleben, wie gut die gemeinsame Familienzeit der eigenen Seele tut.

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