Hajo Rebers  / pixelio.de

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Diese Aufforderung war ursprünglich an eine junge christliche Gemeinde gerichtet, die aus sehr unterschiedlichen Mitgliedern bestand: Arme und Reiche, Mächtige und Machtlose, Gebildete und Ungebildete, Männer und Frauen, Alte und Junge, usw….

Wie sollten so unterschiedliche Menschen miteinander zurecht kommen und sich gemeinsam im Leben bewähren und unterstützen?

Paulus, der diese Aufforderung an die römische Gemeinde richtete, war sich darüber bewusst, dass es dort Spannungen und Konflikte gab, die nicht einfach zu überwinden waren. Darum weist er mit seiner Aufforderung darauf hin, dass Christus uns zuerst angenommen hat. So, wie wir sind. Mit all unseren Schwächen, Ecken und Kanten.

Wenn wir vom anderen erst fordern, dass er sich so verändert, dass er uns mit seinem Verhalten und seinen Eigenschaften gefällt, dann werden wir niemals eine stabile und zuverlässige Gemeinschaft bilden können, in der jeder so sein darf, wie er oder sie ist.

Bei uns sollen alle mit ihren Begabungen wahrgenommen und ernstgenommen werden. Schwächen dürfen gezeigt werden, ja, sie sollen sogar gezeigt werden, denn nur so können sie in und durch die Gemeinschaft ausgeglichen werden und heilen.

Die Gemeinschaft der Heiligen, die die Christen im Glaubensbekenntnis bekennen ist keine Gemeinschaft der Vollkommenen, sondern eine Gemeinschaft derer, die wissen, dass sie auf die Vergebung Christi und auf die Vergebung ihres Nächsten angewiesen werden.

Diese gegenseitige Vergebung macht niemanden klein und abhängig, sondern befreit zu einem vertrauensvollen Miteinander.

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