Das Bedürfnis, sich und seine Persönlichkeit zu entfalten, gehört zum Menschsein dazu.
Darum hat die freie Entfaltung der Persönlichkeit in unserer Gesellschaft auch einen hohen Stellenwert, der sich in unserem Grundgesetz (vergl. Artikel 2) und der Sozialgesetzgebung widerspiegelt. Das Sozialgesetzbuch soll auch dazu beitragen, „gleiche Voraussetzungen für die freie Entfaltung der Persönlichkeit … zu schaffen“ (vergl. SGB I, § 1).
Leider sieht die Realität für die Betroffenen oftmals anders aus:
Eine arbeitsuchende, motivierte Frau, die sehr begabt aber auch sehr sensibel ist, konnte in ihrem früheren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten. Deshalb wollte sie eine Umschulung machen. Das Jobcenter lehnte den Antrag ab, weil es den Rentenversi-cherungsträger für zuständig hielt, der Rentenversicherungsträger hielt das Jobcenter für zuständig. So wurde diese Frau zwischen beiden Leistungsträgern hin und her verwiesen, bis sie ihr Anliegen, eine ihren Begabungen entsprechende Ausbildung zu machen, depri-miert aufgab. Einen festen Arbeitsplatz hat sie trotz ihrer guten Auffassungsgabe und ihrem Leistungswillen bis heute nicht.

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