In der Begegnung mit anderen entwickelt ein Mensch seine Identität: Ein Kind, das sich von seinen Eltern angenommen weiß, entwickelt leichter ein gesundes Selbstwertgefühl und lernt leichter, auch mit unangenehmen und schwierigen Situationen angemessen umzugehen. Darum ist es für uns in der Diakonie immer wichtig, jedem Menschen mit Respekt und würdevoll zu begegnen.

Dies ist auch ein besonders wichtiges Anliegen der Ehrenamtlichen in unserem Diakonie- und Tafelladen in Weinsberg. Auch wenn manche Regelungen eingehalten werden müssen: Jeder Mensch ist willkommen und jeder Mensch wird freundlich angesprochen und beraten. Ich möchte hierzu ein Beispiel geben: Ein alleinstehender Mann, der regelmäßiger Kunde ist, kann sich in der Regel nur sehr schwer entscheiden, was er kaufen möchte. Immer wieder zieht er z. B. die Schuhe an und wieder aus, fragt mehrmals die gleichen Fragen und benötigt die volle Aufmerksamkeit einer Mitarbeiterin. Und doch: die ehrenamtliche Verkäuferin bleibt freundlich, berät ihn sachkundig bei der Wahl und wird auch nicht ärgerlich, wenn der Kunde zum Schluss dann doch nichts kauft. Denn es ist den Ehrenamtlichen wohl bewusst, dass dieser Mann nicht absichtlich die Verkäuferinnen ärgern möchte, er kann einfach nicht anders. Und das ist auch in Ordnung so. Hier im Diakonieladen wird er angenommen, wie er ist. Und das merkt er, das tut seiner Seele gut und das kann kein professioneller Beratungsdienst ihm bieten. Darum ist die Arbeit der Ehrenamtlichen in Diakonie und Kirche wichtig und durch professionelle Hilfe nicht zu ersetzten.

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