Information zur Woche der Diakonie  vom  26.06. – 03.07.2011 aus der Diakonischen Bezirksstelle Weinsberg.

Er ist Vater von drei Kindern, seine Ehefrau hat ihn vor Kurzem verlassen, nun ist er mit aller Familienverantwortung allein. Er erzählt, dass er auch sehr seine Mutter vermisst, die vor ein paar Monaten gestorben war. Sie war wichtige und zuverlässige Ansprechpartnerin in den unterschiedlichsten Nöten. Nun fühlt er sich allein und verlassen, Tränen lassen seine Augen feucht werden. Kontakte zu anderen Menschen hatte er in letzter Zeit immer weniger, er fühlt sich auch zu kraftlos, um neue Kontakte zu knüpfen, Freundschaften aus früheren Zeiten bestehen nicht mehr.

Nun ist er zu mir gekommen, weil sein Stromanbieter die Stromabschaltung angedroht hat, die Stromschulden sind zu hoch geworden. Ich lasse mir also die Schreiben des Stromanbieters und den letzten ALG II Bescheid zeigen. Bei der Durchsicht der Unterlagen wird schnell deutlich, dass das Jobcenter nicht alle Kosten der Unterkunft angerechnet hat und dadurch die ALG II Auszahlung zu gering ausfällt.

Ich kann ihm Unterstützung im Ämterkontakt zusagen. Finanzielle Unterstützung aus Notsorgemitteln der Diakonischen Bezirksstelle knüpfe ich jedoch an konkrete Absprachen, um die Eigenverantwortung des Vaters zu stärken. So konnte auf unbürokratische Weise die Stromabschaltung verhindert werden.

Bei einem weiteren Gesprächstermin bespreche die persönliche, psychische und gesundheitliche Situation, sowie Fragen der Erziehung. Ich kann ihm einen umfassenden Überblick verschaffen, bei welchen Hilfen möglich sind und ich kann manchen Kontakt zu den speziellen Beratungsstellen herstellen.

Als er gegangen ist, wird mir wieder deutlich: Es gibt Krisenzeiten, da sind Menschen auf die Unterstützung von anderen Menschen angewiesen. Manchmal ist das eigene soziale Netz nicht mehr tragfähig, da ist es gut, wenn die Kirche Unterstützung bieten kann, sei es durch persönliche Kontakte in den Kirchengemeinden oder durch die Beratung eines professionellen diakonischen Dienstes. Immer gilt es, der Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Es gibt unterschiedliche Gründe, die zu Ausgrenzung und Isolation führen können: das Alter, ein Migrationshintergrund, eine Krankheit, eine Scheidung, Arbeitslosigkeit oder eine Behinderung, wie die von Marcella O., die auf dem diesjährigen Plakat zur Woche der Diakonie zu sehen ist.

Das aktuelle Zauberwort lautet „Inklusion“, es bedeutet, dass jeder Mensch, so wie er ist, in die Gemeinschaft aufgenommen ist. Diese Vision, entspricht unseren christlichen Werten: Jeder Mensch ist bei Gott willkommen – so wie er ist.

Damit wir diakonisches Handeln hier vor Ort und in ganz Württemberg gestalten können, sind wir auf Ihre Spende angewiesen. Schon heute danke ich Ihnen für alle Unterstützung.

Ganz herzlich laden wir Sie zum Landesdiakoniefest am Samstag, den 3. Juli von 10 bis 16 Uhr auf den Kiliansplatz in Heilbronn ein.

Ihre

Ursula Richter

Share