Elisabeth Patzal / pixelio.de

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Fasten bedeutet freiwillig verzichten, um sich in besonderer Weise auf Gott zu besinnen zu können.

Während der Fastenzeit (also von Aschermittwoch bis Ostersonntag) wird bei dieser Fastenaktion das Essen und Trinken allein von dem Geld bestritten werden, das auch einem Hartz IV-Empfänger zur Verfügung steht. (Infos hierzu finden Sie auf unseren Seiten)

Frau Richter, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Weinsberg, nimmt an dieser Aktion gemeinsam mit Ihrer Tochter teil und konnte während der letzten Tage bereits die ersten Erfahrungen sammeln:

Sie musste feststellen, dass die Kochbücher, die sich sparsam rühmen, unterschiedliche Stolperfallen und Enttäuschungen bergen. Manche Kochbücher haben Preisangaben, für die die angegebenen Lebensmittel in den Weinsberger Märkten nicht zu finden sind, zumindest nicht in dieser Jahreszeit. Ein anderes Kochbuch enthält für Frühstück und Abendessen gähnende Langeweile und fast überhaupt kein Gemüse oder Obst bereit. Keines der Kochbücher geht darauf ein, wie eine gute Resteverwertung geplant werden kann, denn sie ist für eine abwechslungsreiche preiswerte Küche unverzichtbar.

„Zum Glück bin ich nicht auf diese Kochbücher angewiesen,“ ist das erste Zwischenergebnis von Frau Richter und sie ergänzt: „Man merkt auch, dass es psychisch sehr belastend ist, wenn man sich nur mit wenig Gemüse und Obst und somit auch mit zu wenig wichtigen Vitaminen ernähren muss. Natürlich gibt es auch günstiges Gemüse bei den Discounter, aber ich habe schon das Gefühl, dass manches dort nicht so vitaminreich ist, wie zum Beispiel im Ökoladen oder vom Wochenmarkt.“

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit dem wenigen Geld, das einem zur Verfügung steht, sei praktisch nicht möglich, da qualitativ hochwertige Lebensmittel das Budget übersteigen. Auch eine vernünftige Vorratshaltung sei sehr schwierig, wenn einem die geeignete Lagermöglichkeit fehlt.

„Man muss wirklich jeden Cent umdrehen und kann sich vieles nicht mehr leisten.“ berichtet Frau Richter. „Wenn man sich überlegt, dass Hartz IV Empfänger nicht nur beim Essen extrem sparen müssen, sondern auch bei der Kleidung und auf viele Freizeitaktivitäten verzichten müssen, dann versteht man auch die dadurch verursachte psychische Belastung für die meisten Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen.“

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