Eine Fastenaktion im Ev. Kirchenbezirk Weinsberg

„Armut hat viele Gesichter und viele Ursachen. Sie ist mehr als nur Einkommensarmut.

Häufig kommen bei bedürftigen Menschen mehrere Belastungen zusammen, wie etwa geringes Einkommen, ungesicherte und zudem schlechte Wohnverhältnisse, hohe Verschuldung, chronische Erkrankungen, psychische Probleme, langandauernde Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und unzureichende Hilfen.“ (Auszug aus Stellungnahme des Diakonischen Werks der EKD zum Armuts-/Reichtumsbericht, 3/2005)

Die Aktion „7 Wochen leben mit Hartz IV“

Die weit verbreitete Meinung lautet: „Mit Hartz IV lässt es sich in Deutschland gut leben, und Armut in diesem Lande – die gibt’s nun wirklich nicht“. Aber stimmt es, dass man problemlos von SGB-II-Leistungen leben kann?
„7 Wochen ohne…“ ist seit vielen Jahren das Motto der Evangelischen Kirchen in der Fastenzeit vor Ostern. Freiwillig schließen sich viele Menschen diesem Motto an, indem sie 7 Wochen auf liebgewonnene Genüsse, Gewohnheiten und satte Bequemlichkeit verzichten: Alkohol, Zigaretten, Fernsehen, das Auto usw.
Mit der Aktion „7 Wochen leben mit Hartz IV“ soll Solidarität mit denen geübt und gezeigt werden, die unfreiwillig verzichten. Denn Hartz IV bedeutet Einschränkungen für die gesamte Lebensführung.
Die gesamte Fastenaktion ist dahingehend konzipiert, dass Interessierte Informationen zum Thema Hartz IV erhalten und solidarisch handeln. Durch die Aktion soll der Blick dafür geschärft werden, wie es Menschen geht, die jeden Tag genau mit jedem Cent rechnen müssen.
Gleichzeitig möchte diese Aktion auch auf kostenbewußte und gesund Ernährung, preiswerte oder sogar kostenlose Freizeit- und Gesundheits-/Wellnessmöglichkeiten aufmerksam machen, denn sowohl erwerbstätige wie auch nicht-erwerbstätige Menschen, benötigen für ihre Gesundheit eine gute Mischung aus Anspannung und Entspannung.

Die Praxis im Haushalt:

Wer teilnehmen möchte, berechnet sein persönliches Hartz-IV Budget und verwaltet es in einer dafür angelegten Haushaltskasse.
Die Aktion beschränkt sich dieses Jahr nur auf den Bereich der Lebensmittel.
Alle Einkäufe werden protokolliert. Wer Vorräte benützt, schätzt den Wert und entnimmt dieses Geld der Haushaltskasse. Wer mit diesem Budget nicht klarkommt, notiert die Abweichungen.
Nicht berücksichtigt werden dabei die Bereiche Kosten der Unterkunft, Haushaltsenergie, Bildung, Kleidung, Anschaffungen für Haushaltsgeräte, Gesundheitspflege. Doch gerade in diesen Bereichen zeigt sich häufig, dass die Regelleistung zu gering bemessen ist.
In der Praxis ergibt sich jedoch ein unrealistisches Bild, wenn diese Bereiche in die Aktion mit einbezogen werden würden, denn 7 Wochen lang kann ohne Probleme in diesen Bereichen gespart werden. Langfristig macht sich jedoch ein Mangel in diesen Bereichen deutlich bemerkbar und beeinträchtigt die psychische Befindlichkeit beträchtlich bis hin zur Mut- und Antriebslosigkeit.

Zeitraum:

Der offizielle Beginn der Fastenzeit ist der Aschermittwoch am 9. März 2011. Den persönlichen Start- und Endpunkt legt jeder teilnehmende Haushalt individuell fest.
Teilnehmen können auch Gemeindegruppen oder –kreise.

Teilnahme:

Wer mitmachen möchte, kann sich auch bei der Diakonischen Bezirksstelle Weinsberg anmelden. Wir bieten eine Begleitung während der Aktion an, um die gemachten Erfahrungen miteinander auszutauschen.
Das erste Treffen findet am 3. März um 19.00 Uhr im Erhard-Schnepf-Haus statt.

Die Idee zur Fastenaktion 7 Wochen mit Hartz IV entstand in Anlehnung an die Fastenaktion „7 Wochen mit Hartz IV“ des Diakonischen Werkes der Ev.-lutherischen Landeskirche Hannover im Jahr 2007 und in Anlehnung an die Aktion „7 Wochen ohne

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